HomeLogin | Suche | Kontakt | Impressum deutschenglishespanol
   
Sie sind hier:Startseite News 
 

BARC-News

 



IBM folgt seinen größten Konkurrenten und steigt in den BI-Markt ein.
12. Nov 2007
Alter: 5 Jahre
Kategorie: Business Intelligence, Data Warehousing

IBM zahlt 5 Milliarden US Dollar für den Business-Intelligence-Spezialisten Cognos.

IBM kündigt an, den nach SAS und Business Objects (SAP) drittgrößten Business-Intelligence-Anbieter Cognos für 5 Milliarden US$ (4.9 Milliarden US$ netto) zu übernehmen. Diese Akquisition wurde schon seit vielen Monaten erwartet und diesbezügliche Gerüchte erst kürzlich durch die Übernahme von Business Objects durch SAP für 6.8 Mill. US$ angeheizt. Damit ist nach Hyperion und Business Objects innerhalb von 8 Monaten der dritte und letzte sehr große unabhängige Business-Intelligence-Spezialist aufgekauft worden. Die verbleibenden großen Anbieter SAS (knapp 2 Milliarden US$ Umsatz), MicroStrategy und Information Builders (jeweils um die 300 Mio. US$ Umsatz) befinden sich mehrheitlich im Eigentum ihrer Gründer und Vorstandsvorsitzenden, was bedeutet, dass eine Übernahme mehr bedeutet, als eine Kapitaltransaktion am Aktienmarkt.
IBM hat sich in den letzten Jahren durch zahlreiche Übernahmen im allgemeinen Datenmanagement sehr stark aufgestellt. Für eine vollständige Business-Intelligence-Suite fehlten noch die Anwenderwerkzeuge, die auf DB2 oder anderen Datenbanken und den Datenintegrations-, Datenqualitäts- und Stammdatenmanagementkomponenten im Portfolio der IBM aufsetzen können. Hier war bisher nur die von Alphablox 2004 erworbene Entwicklungsumgebung für Reporting- und Analyseanwendungen im Portfolio, die aber nie wesentlich weiterentwickelt wurde und daher keine Konkurrenz zu Lösungen von Business Objects oder Cognos war, zu denen dann folgerichtig auch enge Partnerschaften bestanden.
Cognos ist im Unterschied zu Business Objects oder SAS sehr eingeschränkt im Datenmanagement-Bereich aktiv und hat sich seit Jahren auf die Anwenderwerkzeuge konzentriert. Überschneidungen im Produktportfolio zwischen IBM und Cognos sind daher sehr gering. Aus einer Produkt- und Technologie-Sicht passen die beiden Anbieter daher sehr gut zusammen.
Auch organisatorisch scheint IBM dem Vorbild von Oracle und SAP zu folgen und die übernommene Einheit zunächst möglichst autark zu belassen. So wurde angekündigt, dass Cognos als eigenständige Gruppe bei der IBM Information Management Software Division eingegliedert wird. Cognos CEO Rob Ashe soll die Gruppe leiten und direkt an Ambuj Goyal, den General Manager der Division berichten.
Die größten Wettbewerber der IBM haben sich im Bereiche Business Intelligence inzwischen breit positioniert. Microsoft stellt dieser Tage den PerformancePoint Server vor und wird Anfang 2008 mit dem SQL Server 2008 auch noch einmal das Datenmanagement für BI-Lösungen verstärken. Oracle hat mit der Übernahme von Hyperion im März 2007 sein Anwendungsportfolio deutlich erweitert. Mit der Übernahme kehrt IBM von seiner Strategie ab, vor allem Datenmanagement-Werkzeuge zu liefern und sich aus dem Applikationsmarkt fernzuhalten. Damit wird IBM im Bereich Business Intelligence jetzt auch der größte Konkurrent der SAP, denn Cognos und Business Objects sind seit Jahren Erzrivalen im Markt für BI-Anwenderwerkzeuge.
Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer des BARC-Instituts meint: „Wir kommen aus einer Welt der getrennten Betrachtung von Datenmanagement und Anwenderwerkzeugen für Business Intelligence zu breiten Angeboten der Mega-Softwareanbieter, die einen kompletten Stapel von Datenintegration, Datenqualitätsmanagement, Datenspeicherung für Data Warehouses und Data Marts bis hin zu Anwenderwerkzeugen für verschiedenste BI-Anwendungsbereiche anbieten.“
Wird es bald nur noch 4 Anbieter für Business Intelligence geben oder diese Funktionalität gar komplett in Middleware, Datenbanken oder ERP-Systemen aufgehen? „Ich glaube nicht. Kein Anbieter erreicht momentan 20% Marktanteil im Business-Intelligence-Markt. Der gerade erschienene BARC Guide Business Intelligence listet 228 in Deutschland angebotene Business-Intelligence-Anwenderwerkzeuge und es gibt noch genug Raum für Innovationen, die erfahrungsgemäß eher von den kleineren Anbietern kommen. Integration von Daten aus verschiedensten Applikationen und Datenquellen bleibt eine wesentliche Aufgabe für BI-Systeme und genau hierfür ist die Unabhängigkeit von bestimmten Vorsystemen von großem Vorteil.“, so Dr. Bange.

 






Zurück zu News & Presse